Emmaus – Unsere Vision

Emmaus-Gemeinde Lohmar – Eine Vision

Ein Vorwort: Der Himmel über Lohmar wird weit

Der Himmel über Lohmar wird weit“ – mit dieser Ankündigung haben wir uns 2020 auf den Weg gemacht hin zu einer (Gesamt-)kirchengemeinde. Ein Etappenziel haben wir erreicht: Der Himmel über Lohmar ist schon ein Stück weiter geworden.

Seit dem Jahreswechsel 24/25 setzen wir den Weg fort als fusionierte Gemeinde mit dieser Vision: „Der Himmel über Lohmar ist weit“.

Unter diesem weiten Himmel ist es uns – nach vielen auch strukturellen Veränderungen – jetzt möglich, die Gemeinde als Haus voller Leben, voller Räume und Freiräume für viele Menschen zu gestalten.

Kontinuierlich bauen wir jetzt seit einigen Jahren an diesem neuen Haus „Emmaus-Gemeinde“.

In unserer alltäglichen Arbeit verändert sich dieses Haus der Gemeinde immer wieder, so wie sich auch das Umfeld verändert, in dem wir leben.

Da ist es gut und hilfreich, hin und wieder das Handwerkszeug einen Moment zur Seite zu legen und sich die Pläne noch einmal vorzunehmen, um sich zu vergewissern: Was ist das Ziel, an dem wir bauen? Wer steckt dieses Ziel? Sind wir noch auf einem guten Weg beim Bau dieses Hauses?

Dabei ist uns wichtig: Der Auftrag zu diesem Haus „Emmaus-Gemeinde“ kommt nicht aus uns selbst. Alles, was wir tun, tun wir nicht (nur) für uns und nicht zum Selbstzweck. Wir leben mit der guten Botschaft unseres Gottes und seinem Auftrag, diese gute Botschaft in die Welt zu tragen, ihre Relevanz für das Leben der Menschen deutlich zu machen, die Menschen und ihr Leben mit dieser Botschaft in Kontakt zu bringen.

Emmaus – Eine Vision:

Dieser Auftrag beinhaltet für uns dreierlei:

Wir sind eine gastfreundliche, weltzugewandte, das Evangelium lebende und kommunizierende Gemeinde.

Gastfreundlich zu sein, das heißt:

Wir sind Treffpunkt, Ort der Gemeinschaft, Zuhause für alle, die den Weg zu uns suchen. Wir wollen unsere Ressourcen zum Wohle dieser Menschen einsetzen.

Wenn Menschen bei uns Angebote machen möchten, stellen wir unsere Räume zur Verfügung, wir unterstützen mit Materialien und mit unseren Fertigkeiten und Fähigkeiten. wir zeigen Interesse und unterstützen bei der Suche nach Gleichgesinnten.

Wir sind bereit, für die Koordination dieser Aufgaben unsere (auch personellen und finanziellen) Strukturen anzupassen und wir wollen dies als Haltung auch allen Mitarbeiter*innen und Ehrenamtler*innen vermitteln.

Wir begrenzen diese Haltung nicht auf „klassisch kirchliche“ Angebote.

Wir heißen Jede*n in unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen willkommen und leben dies aktiv: durch Gestaltung der Räume und Angebote und durch unser Handeln-

Wir gestalten Wege, Menschen aller Altersgruppen und verschiedener Hintergründe anzusprechen und einzuladen.

Weltzugewandt zu sein, das heißt:

Wir haben mit unserem Angebot eine Strahlkraft nach außen.

Wir greifen dabei auch über das traditionelle kirchliche Milieu hinaus, z.B. was Zielgruppen angeht. Wir positionieren uns deutlich in unserer gesellschaftspolitischen Haltung, reflektieren immer wieder unsere vorhandenen Strukturen auch im Blick auf die Herausforderungen, die unser Umfeld an uns stellt.

Wir sind uns dabei bewusst: Wir haben unser eigenes Profil, unser besonderes Angebot, wir stehen für unsere eigenen Werte, die in unserem christlichen Glauben gründen, und leben diese als Teil unserer Dorf- und Stadtgesellschaft.

Unsere Positionen sind dabei immer wieder neu in aktuelle Worte zu fassen, aber sie sind nicht willkürlich dem Zeitgeist folgend, sondern von der christlichen Botschaft getragen.

Wir sind eine Anlaufstelle für alle, die unsere Hilfe brauchen, und erheben unsere Stimme für diejenigen, die nicht gehört werden.

Das Evangelium zu leben und zu kommunizieren, das heißt:

Wir sind ein Ort zum Nachdenken und zum Austausch über „Gott und die Welt“ und für Hilfestellungen bei Fragen nach dem Sinn des Lebens. Im Miteinander und Füreinander feiern wir unser Leben vor Gott.

Unser Umgang mit der guten Nachricht des Evangeliums schafft Raum für Spiritualität in verschiedenen Formen, sowohl in den Angeboten als auch in der Begleitung unserer Gremien. Auch hier erproben wir neue Formen und alternative Zugänge zu alten Traditionen.

So sind wir auch in Zukunft ein lebendiges Haus unter dem weiten Himmel Lohmars.

Queere AG LGBTQIA+

Als Queere AG LGBTQIA+ möchten wir das queere Leben in unserer Gemeinde mitgestalten, wir möchten sichere Räume und Angebote (safe spaces) schaffen und ganz allgemein dafür sorgen, dass sich auch queere Menschen in unserer Gemeinde gut aufgehoben und angenommen wissen.
Dies geschieht z.B. durch den Blick auf gender-inklusive Sprache, die inklusive Gestaltung von Schildern oder durch gemeinsame Aktionen.
Die Teilnahme an der CSD-Pride-Parade in den letzten Jahren zusammen mit der Queeren Kirche Köln war jedesmal ein besonderes Highlight.

Sprechen Sie uns gerne an!
Vorsitzender der AG: Pfarrer Oliver Bretschneider (Oliver.Bretschneider@ekir.de / 02246/3049856)

Wofür steht LGBTQIA+?

Eigentlich ist es ganz einfach: Das ist der Versuch, eine Abkürzung für all die Eigenschaften zu finden, die ein queerer Mensch haben kann.

So richtig gut aussprechen kann man das nicht – aber die Menschen, die es betrifft, freuen sich oft über das Zeichen des Respekts und der Zugewandtheit, wenn sich jemand die Mühe macht, es zu lernen. Denn es zeigt: Hier hat sich jemand dafür interessiert, dass nicht alle queeren Menschen gleich sind. Das kann sehr wichtig sein für Menschen aus Gruppen, die nicht so oft zu Wort kommen und über die nicht so viel berichtet wird.

Gerade im alltäglichen Gespräch kann man auch „queer“ sagen – das meint ungefähr dasselbe, lässt sich leichter als ein normales Wort aussprechen und in den seltensten Fällen wird einem das jemand übelnehmen. Im Zweifel: Nachfragen, ins Gespräch kommen, sich respektvoll begegnen.

Das ist doch die Grundlage für fast alles!

Die Buchstaben in LGBTQIA+ stehen für diese Eigenschaften:

L wie Lesbisch,

G wie Gay, also Schwul (auf deutsch kann man hier auch ein S in die Buchstaben-Abfolge setzen);

B wie Bisexuell, also zu Männern und Frauen hingezogen;

T wie Trans(-gender), also Menschen, deren bei der Geburt von außen zugewiesenes Geschlecht (meist aufgrund ihrer äußeren Geschlechtsmerkmale) nicht mit ihrem tatsächlichen Geschlecht übereinstimmt;

Q wie Queer oder Questioning (Fragend), also eigentlich alle, die nicht der „Norm“ entsprechen, die sozusagen etwas quer zum Mainstream oder außerhalb davon stehen oder sich über ihre Orientierung unsicher sind;

I für Intersexuell, also Menschen, die irgendwo zwischen den beiden traditionellen Geschlechtern stehen oder Merkmale beider Geschlechter zeigen;

A für Asexuell, also Menschen, die keinerlei sexuelle Anziehung verspüren;

und das + für alle, die noch nicht genannt sind, also als Zeichen für das Bewusstsein, dass man mit Schubladendenken immer irgendwann an die Grenzen stößt.

Wir sind bunt!

In unserem Leitbild setzten wir als Emmaus-Gemeinde uns das Ziel, eine einladende Gemeinde für alle Menschen zu sein.
Die Queere AG LGBTQIA+ unserer Gemeinde hat sich intensiv damit beschäftigt, wir wir eine offene, sichere Gemeinde auch für queere Menschen sein können.
Wir wollen erreichen, dass sich ALLE Menschen in unserer Kirchengemeinde gut aufgehoben und sicher fühlen, auch Menschen, die bereits schlechte Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben.

Das ist nur möglich, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, auch wenn wir unterschiedlich sind.
In unseren Gemeindehäusern liegen immer wieder verschiedene Buttons aus, mit denen die Solidarität mit queeren Menschen zum Ausdruck gebracht werden kann.

Es ist normal, dass man manchmal gewisse Unsicherheiten spürt, das geht jedem Menschen so, wenn etwas neu und unbekannt ist. Aber alles ist besser als Intoleranz!
Hier finden Sie eine Erklärung zur Buchstabenkombination LGBTQIA+ und hier für die Bedeutung der verschiedenen Buttons bzw. Flaggen.

Unsere queere AG LGBTQIA+ steht gerne für Rückfragen zur Verfügung. (Vorsitzender: Oliver Bretschneider)

Lasst uns neugierig und offen füreinander sein und bleiben!

Für Menschenrechte und Demokratie

Die Recherchen des Correctiv-Netzwerkes über ein Treffen der AFD und die unverhohlene Ausbreitung zutiefst rechter Gedanken und Pläne dort haben viele Menschen erschreckt, betroffen und wütend gemacht. Auch uns.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland hat klar formuliert: „Die AFD steht für eine Grundhaltung, die dem christlichen Glauben zutiefst widerspricht.“ Link

Wir möchten Sie auch weiterhin einladen und auffordern, sich diesen menschenverachtenden Positionen entschlossen entgegenzustellen, wie es dankenswerter Weise auf vielen großen Demonstrationen in den vergangenen Tagen auch schon geschehen ist. (Hier findet ihr eine Seite, die anstehende Demonstrationen auflistet.)

Unser Jugendleiter Freddy Pütz hat ein persönliches Statement verfasst, hinter dem wir als Pfarrteam und Presbyterien der Gemeinde voll stehen und den wir hier mit seiner Zustimmung veröffentlichen wollen:

„Liebe Alle,

ich bin zutiefst geschockt. Sicher haben viele von euch mitbekommen, dass das Medienhaus CORRECTIV ihre Investigativ Recherche (= unter Einhaltung journalistischer Standards schwierigen und gefährlichen Themen nachspüren) zu einem geheimen Treffen der rechtsextremen Szene vor kurzem veröffentlicht hat. Das Besondere an diesem Treffen war, dass nicht nur Unternehmer*innen mit sehr viel Geld anwesend waren, sondern auch Politiker mit Einfluss auf Landes- und Bundesebene. Laut dem sehr glaubwürdigen Bericht von CORRECTIV haben diese dort offen einem „Masterplan“ zugestimmt, der den Grund für meinen Schock darstellt. Denn dieser Plan erinnert mich an meinen Geschichtsunterricht, den ich so oft verflucht habe, weil wir in fast jedem Jahr das dritte Reich behandelt haben und es doch eigentlich viel mehr über Geschichte zu wissen gibt. Heute weiß ich sehr genau, warum das nötig war und ist. Wenn führende Politiker der AfD und sogar Mitglieder der „Werteunion“, einer rechten Gruppierung innerhalb der CDU, sich an einem Treffen beteiligen, an dem offen darüber debattiert wird, wie Millionen Menschen aus Deutschland vertrieben werden können, möglicherweise sogar in einen „Musterstaat“ in Nordafrika, wo es dann Möglichkeiten für Ausbildungen und Sport gäbe, dann wird mir schlecht. Das klingt für mich doch sehr nach einem Arbeitslager für Menschen mit Migrationshintergrund. CORRECTIV macht deutlich, dass es bei diesem „Masterplan“ nicht nur um Geflüchtete geht, sondern um jeden Menschen, der ihrer Meinung nach Migrant ist. Jeder von uns hat Freundinnen und Freunde deren Eltern oder Großeltern aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen sind, bei einigen von uns ist das sogar selbst der Fall. Ich muss immer wieder pausieren, während ich diesen Text schreibe. Ich werde traurig, wütend, mir kommen die Tränen. Ich will das nicht zulassen, dass irgendjemand in Deutschland wegen seiner Hautfarbe, seiner Religion, seiner Herkunft, seiner Sexualität, einfach weil er oder sie* so ist wie sie ist Angst haben muss. Leider ist das auch heute schon bittere Realität. Aber wir haben gemeinsam die Möglichkeit zu verhindern, dass ein solcher „Masterplan“ jemals auf politischer Ebene durchgesetzt werden kann. Teil dieses Plans ist es auch, Influcer*innen auf TikTok, Instagram, YouTube und weiteren Plattformen zu gewinnen, die diese Gedanken weiter verbreiten und gezielt die jüngeren Generationen manipulieren sollen. Aber wir müssen nicht tatenlos zusehen. Wir können uns stark machen gegen rechts, gegen die AfD und für all die Menschen, die wir lieben. Es gibt viele Demos, bei denen wir öffentlich zeigen können, dass wir es nie wieder so weit kommen lassen wollen, wie es vor 75 Jahren war. Nicht mal im Ansatz.

Euer Freddy.“