26.06.2026 Einfach heiraten in Seelscheid / ein Rückblick

Ein segensreicher Tag

„Einfach heiraten“ hat den Paaren offensichtlich große Freude bereitet. 60 Paare haben sich am Schnapszahl-Datum 26.6.2026 bei einem überraschenden kirchlichen Event in Seelscheid segnen bzw. trauen lassen. Eine gelungene Premiere: Viele ließen sich kirchlich trauen, andere ihre Partnerschaft segnen, viele aus Anlass ihres Ehejubiläums.

Manche kamen zu zweit, andere brachten Kinder mit, wieder andere Eltern, Freundinnen und Freunde. Ein Paar hatte den Haushund dabei, ein anderes einen Posaunenchor, ein weiteres brachte kopierte Liedblätter für ihr kölsches Lieblingslied mit. In der Seelscheider Dorfkirche, nebenan unter einem schattenspendenden Kuppelzelt oder in der Remise weiter unten im Dorf, einem offenen Fachwerkhaus – 54 Paare hatten schon im Vorfeld ihren Lieblingsort ausgewählt. Nur zwei Paare sagten am Morgen dieses enorm heißen Tages kurzfristig ab, dann kamen noch einige spontan. Für die spontanen Segnungen war nah der Kirche ein weiterer Ort aufgebaut – auf grüner Wiese unter altem Baum.

Elegantes Neckholder-Kleid oder Shirt mit Leggins. Highheels oder Sneaker. Shorts und gebügeltes weißes Oberhemd. Wildblumensträußchen in der Hand. Handy in der Hosentasche. Die Paare kamen, wie sie wollten. Genau so war es gedacht: „Einfach heißt: Komm, wie du bist und wie du dich wohlfühlst“, so Pfarrerin Selma Gieseke-Hübner von der gastgebenden Evangelischen Kirchengemeinde Seelscheid.

Superintendentin Almut van Niekerk ist am Ende des Tages komplett froh: „Wir hatten gehofft, dass es gut wird – es wurde einfach wundervoll! Alle, die kamen, haben den Tag zu etwas ganz Besonderem werden lassen, mit ihrer je eigenen Geschichte, manche mit schwerem Sorgenpaket, die meisten voller Glück – mit einem geliebten Menschen an der Seite.“ Auch Pfarrerin Gieseke-Hübner ist von Herzen begeistert über den großartigen Zuspruch an diesem Tag. „Das Zweite sind die Geschichten hinter den Menschen.“ So war ein Paar extra aus dem Sauerland gekommen, um die noch nicht angetretenen Flitterwochen nun zu starten – mit dem Segen zur Silberhochzeit.

Jens Römmer-Collmann, Pfarrer und als Assessor der Stellvertreter der Superintendentin: „Einfach bedeutet für mich: unkompliziert, spontan und auch erschwinglich.“ Das Event war eine Einladung des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein an alle miteinander verbundenen Menschen, evangelisch oder nicht, heterosexuell oder queer, frisch verliebt oder längst verheiratet. Möglich wurde das Fest durch ehrenamtliches Engagement und Teamspirit. Pfarrpersonen, Vikare und Diakoninnen übernahmen die Zeremonien. Kirchenmusiker*innen sorgten für Livemusik – aus der Setlist konnten die Paare jeweils ihre Favoriten auswählen. Angesichts des großen Zuspruchs ist klar: Der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein wird bald in die Planung für das nächste Fest gehen.

Text und Fotos: EKASuR/Anna Neumann

 

Weitere Bilder finden Sie hier:

 

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Regionalgottesdienst in Much – ein Rückblick

 

Regionalgottesdienst am 14. Juni 2026 in Much

Eingeladen zum Fest des Glaubens

Text: Heinz Schmid

Sechs Nachbargemeinden im Kirchenschiff. Sechs hoch gewachsene Apfelbäumchen im Altarraum. Die Verbindung der Apfelbäumchen zu Martin Luther war kein Zufall. Und das Wachsen der Bäume zwischen Himmel und Erde passte wunderbar zum Motto des diesjährigen Regionalgottesdienstes: Zusammenwachsen! Zusammen wachsen!

Der Regionalgottesdienst fand am 14. Juni 2026 turnusgemäß in unserer Kirchengemeinde statt. Diese Gottesdienste haben inzwischen eine besondere Strahlkraft erlangt und sind zu einem Höhepunkt des Kirchenjahrs geworden.

Eingeladen zum Fest des Glaubens waren die in Teilen fusionierten Nachbargemeinden Birk, Honrath, Lohmar, Overath, Neunkirchen, Seelscheid und Wahlscheid. Wie schön war es daher zu sehen, dass so viele Mitglieder aus den verschiedenen Gemeinden mit ihren Posaunen- und Kirchenchören gekommen sind, um miteinander zu singen, zu musizieren und zu beten.

Die Kernfrage der Gottesdienstpredigt drehte sich um die Frage, was ein Apfelbäumchen braucht, um kräftig in die Höhe zu wachsen und Früchte zu tragen. Die Pfarrerinnen und Pfarrer der Gemeinden machten es mit ihren eigenen Händen tatkräftig vor: zu allererst braucht man ein Apfelbäumchen, das glücklicherweise bereits im Altarraum griffbereit zur Hand war. Dann benötigt man einen sonnigen Standort, ein spatentiefes Erdloch, einen gesunden und lockeren Nährboden, ausreichend Wasser und ab und an eine Düngung. Ob das Bäumchen am Ende aber tatsächlich anwächst und gedeiht? Das weiß nur der Himmel.

Die gemeinsamen Posaunen- und Kirchenchöre zeigten sich als kräftige Klangkörper. Mit ihren Darbietungen haben sie den Regionalgottesdienst als ein besonderes Erlebnis untermauert.

Rechtzeitig zum anschließenden Grillfest setzte sich die Sonne durch und erwärmte den Kirchplatz. Der war bereits Stunden zuvor von fleißigen Helferinnen und Helfern dankenswerterweise mit Tischen und Bänken bestückt worden. Die unzähligen Salat- und Kuchenspenden bereicherten das Büffet – also ideale Bedingungen, die vielen gebliebenen Gäste bei einem leckeren Essen näher kennenzulernen.

„Möge die Straße“ uns Nachbargemeinden im nächsten Jahr ein Stück gewachsener zusammenführen, um weiter zusammenzuwachsen.

PS.: Für das Mucher Apfelbäumchen wurde noch am Sonntagnachmittag eine sonnige Stelle auf dem Kirchplatz gefunden. Möge es kräftige Wurzeln schlagen und hoch hinaus in den Himmel wachsen.

Auch die Emmaus-Gemeinde durfte ein Bäumchen mitnehmen, das natürlich auch noch seinen Platz finden wird!

Hier ein paar Impressionen des Tages:

Die fleißigen helfenden Hände:

Der Gottesdienst:

 

Bilder: privat

Glockenjubiläum in der Ev. Kirche Honrath

Seit 70 Jahren läuten unsere Glocken in Honrath

Nachdem das Geläut der Honrather Kirche – wie so viele andere Glocken – im 2.Weltkrieg zu 2/3 abgeholt worden war, um es zu Kriegszwecken einzuschmelzen, war es in den 50er Jahren eine der ersten Amtshandlungen des neu gewählten Pfarrers Wolff von Lupin, die finanziellen Mittel für neue Glocken zu beschaffen. In zahlreichen Hausbesuchen wurden 10.000 DM an Spenden zusammengetragen. Dazu kamen noch manche Kollekten, bis endlich der Betrag von rund 16.000 DM erreicht war, der notwendig war, um das Geläut im Honrather Kirchturm wieder zu vervollständigen. Am 6.1.1956 wurden zwei neue Glocken in Sinn bei der Firma Rincker gegossen. Einige Gemeindeglieder waren dabei. Am 21.1. wurden sie feierlich eingeholt, anschließend montiert und am 5.2.1956 fand die Einweihung statt. Seit 70 Jahren laden Sie nun zuverlässig zum Gottesdienst ein, geben Orientierung durch Morgen- und Abendgeläut, läuten den Sonntag ein und zeigen an, dass ein Mensch aus unserer Gemeinde verstorben ist.

3 bronzene Glocken hängen seitdem in unserem Kirchturm:
Glocke 1: gestimmt in a; gegossen 1895; mit der Inschrift „Wir rufen euch zum Dienst des Herrn, ihr Menschenkinder folget gern“
Glocke 2: gestimmt in g; gegossen 1956; mit der Inschrift „O Land, Land, höre des Herrn Wort“
Glocke 3: gestimmt in e; gegossen 1956; mit der Inschrift „Soli Deo Gloria – Gott allein die Ehre“

Text: Barbara Brill-Pflümer