ökumenische Brückeneröffnung
Ökumenische Segnung der neuen Honsbacher Aggerbrücke
Nachdem die neue Aggerbrücke zwischen Honsbach und Naafshäuschen bereits am 30. Juli 2026 offiziell durch Bürgermeister Matthias Schmitz und politische Vertreter ihrer Bestimmung übergeben worden war, erhielt sie am Sonntag, 20. September, auch den kirchlichen Segen. Zur ökumenischen Brückentaufe, organisiert von der Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel gemeinsam mit den umliegenden Kirchengemeinden, kamen mehr als 80 Besucherinnen und Besucher. Dass der Regen während der gesamten Zeremonie reichlich vom Himmel fiel, wurde nicht ohne Humor als besonders gründliche Brückentaufe mit Unterstützung von „allerhöchster Stelle“ interpretiert.
(Text + Fotos: Ulrike Clever)
Bild 1: Die Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel hatte am letzten Sonntag im Sommer zur ökumenischen Segnung der neuen Aggerbrücke zwischen Honsbach und Naafshäuschen geladen. Unter dem Motto „Brücken verbinden“ setzte die Feier ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft, Zusammenhalt und gelebte Ökumene. (Foto Ulrike Clever)
Lohmar-Neuhonrath, 20. September 2026 – Mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der ökumenischen Segnung der neuen Aggerbrücke zwischen Honsbach und Naafshäuschen teil. Auch das wechselhafte Wetter konnte die gute Stimmung nicht trüben. Die Brückensegnung entwickelte sich zu einem besonderen Ereignis, das vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel hatte von 11.30 bis 14.00 Uhr zur Segnung der neuen Brücke mit Freibier und Brezeln eingeladen. Bereits bei der offiziellen Eröffnung durch die Stadt Lohmar Ende Juli war die neue Querung ihrer Bestimmung übergeben worden. Mit der nun erfolgten Brückensegnung wurde dem Bauwerk zusätzlich eine ideelle und gemeinschaftliche Bedeutung verliehen.
Unter dem Leitgedanken „Brücken verbinden“ gestalteten die evangelische Pfarrerin Barbara Brill-Pflümer (Honrath), der katholische Pfarrer Dieter Scharf mit Diakon Hans-Joachim Roos (Lohmar-Neuhonrath) sowie der ehemalige Pfarrer und Superintendent Reinhard Bartha (Wahlscheid) gemeinsam eine ökumenische Feier. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch die Männergesangvereine (MGV) Eintracht Honrath und Frohsinn Höffen unter Leitung von Rolf Pohle sowie einem Ensemble der Turmbläser Neuhonrath.

Bild 2: Unter Leitung von Rolf Pohle stimmten der MGV Frohsinn Höffen und Eintracht Honrath ausgewählte Brückenlieder zum Mitsingen an, wie „Über sieben Brücken musst du gehn“.
(Foto Ulrike Clever)
Nach der Begrüßung durch Vizebürgermeisterin Gitti Bäcker-Gerdes erinnerte Ulrike Clever in einem historischen Rückblick an die 180-jährige Geschichte der traditionsreichen Aggerquerung und an die besondere Bedeutung des Übergangs für die Menschen im Aggertal. Bereits seit 1846 sind die Orte auf beiden Seiten des Flusses durch eine Brücke verbunden. Diese diente Generationen von Schülerinnen und Schülern, Berufstätigen, Kirchgängern, Wanderern und Radfahrern als wichtige Wegeverbindung. Auch die neue Brücke wird seit ihrer Fertigstellung intensiv genutzt.
Die neue Brücke ist bereits die dritte Querung an dieser Stelle. Sie ersetzt die Vorgängerbrücke, die nach jahrzehntelanger Nutzung (1983-2021) aus Sicherheitsgründen gesperrt und 2024 zurückgebaut werden musste. Nach mehr als fünf Jahren ohne direkte Verbindung gelang es mit Unterstützung der Stadt Lohmar, zahlreicher Planer, politischer Entscheidungsträger und Fördermittelgeber, die traditionsreiche Querung wiederherzustellen. Für ihren Einsatz wurde stellvertretend die ehemalige Bürgermeisterin Claudia Wieja mit einem Blumenstrauß von der Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel geehrt.

Bild 3: Die an der Brückensegnung beteiligten Vertreter von Kirche und.
Von links: Barbara Brill Pflümer (Pfarrerin der Emmaus-Kirchengemeinde Honrath), Bürgermeister Matthias Schmitz, Pfarrer und Superintendent i. R. Reinhard Bartha (Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid), Pfarrer Dieter Scharf (Katholische Kirchengemeinde St. Johannes Lohmar), Diakon Hans-Joachim Roos (Katholische Kirche Neuhonrath) sowie das Ehepaar Claudia Wieja und Horst Becker. Die ehemalige Bürgermeisterin Wieja wurde stellvertretend für alle geehrt, die sich trotz zahlreicher Widerstände über viele Jahre für den Neubau der Honsbacher Aggerbrücke eingesetzt haben. (Foto Ulrike Clever)
Die Segnung der Honsbacher Brücke

Bild 4: Ökumenisch gestalteten alle umliegenden Kirchenvertreter die Brückensegnung gemeinsam. Auf unterschiedliche Weise teilten sie ihre Gedanken zum Brückenbauen und der Verbindung, die Brücken schlagen. (Foto Ulrike Clever)
Im Mittelpunkt der Feier stand die ökumenische Segnung. Pfarrerin Brill-Pflümer, Pfarrer Scharf und Pfarrer Bartha griffen das Motiv der Brücke als Symbol für Verständigung, Zusammenhalt und Gemeinschaft auf. Dabei wurde deutlich, dass Brücken weit mehr sind als reine Bauwerke. Sie verbinden Menschen, Orte und Generationen.
Für eine kleine Besonderheit sorgte auch das Wetter. Während Pfarrer Dieter Scharf gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Schmitz das für die Segnung benötigte Aggerwasser mithilfe eines an einem langen Seil befestigten Eimers aus dem Fluss schöpfte und Diakon Hans-Joachim Roos damit das neue Bauwerk segnete, fiel auch von oben reichlich Wasser. So wurde unter den Besuchern mit einem Schmunzeln festgestellt, dass der liebe Gott die Brückentaufe offenbar gleich selbst übernommen habe. Wie sonst ließe sich erklären, dass der Regen pünktlich zum Ende der Veranstaltung nachließ und sich kurz darauf sogar die Sonne zeigte?

Bild 5+6: Symbolträchtiger hätte der Beginn der Zeremonie kaum sein können: Gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Schmitz schöpfte Pfarrer Dieter Scharf das Wasser aus der Agger. Nachdem er es zu Taufwasser geweiht hatte, wurde damit die neue Honsbacher Aggerbrücke gesegnet. (Foto Ulrike Clever)

Bild 7: Mit dem Taufwasser aus der Agger segnete Diakon Roos die neue Honsbacher Aggerbrücke. Er wünschte ihr ein langes Bestehen und ihren Nutzern, insbesondere den vielen Hundehaltern, die über sie laufen, allzeit Gesundheit und einen sicheren Weg über die Agger. (Foto Ulrike Clever)
Besonders beeindruckend war die große Zahl der Gäste, die an der Feier teilnahmen. Die Botschaften der Rednerinnen und Redner sowie die besondere Atmosphäre der Veranstaltung kamen bei den Anwesenden spürbar an.
Einen bewegenden Abschluss fand die Feier im Gebet von Reinhard Bartha. Er bezeichnete die neue Brücke als Hoffnungszeichen in einer Zeit, in der vielerorts Gräben vertieft und verbindende Wege aufgegeben würden. Sein Wunsch: dass nicht nur Brücken aus Holz und Stahl entstehen, sondern auch Brücken zwischen Menschen, Meinungen, Gemeinschaften und Konfessionen.
Mit der Segnung knüpft die Dorfgemeinschaft zugleich an eine alte ökumenische Tradition im Aggertal an. Bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren galt der damals noch hölzerne Aggersteg als Symbol für die Zusammenarbeit der Kirchengemeinden von Honrath, Neuhonrath und Wahlscheid. Nun setzt die neue Brücke dieses Zeichen der Verbundenheit fort.
Die Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel bedankt sich bei allen Mitwirkenden, Unterstützern, Kirchenvertretern, Musikerinnen und Musikern sowie den zahlreichen Gästen, die diesen besonderen Tag trotz des außergewöhnlich nassen Wetters mitgetragen und zu einem unvergesslichen Gemeinschaftserlebnis gemacht haben.

