Frühstück mit Gott und der Welt in Honrath „Lasst uns ein Apfelbäumchen pflanzen“
Bilder: Margarita Wanner
Am 20.09.2026 haben wir unseren Auftrag vom gemeinsamen Regional-Gottesdienst „Zusammen-Wachsen“ im Juni erfüllt, und einen der Bäume eingepflanzt, um die Verbundenheit der Nachbargemeinden zu unterstreichen: Weil das Pflanzen eines Apfelbaumes immer ein Zeichen der Hoffnung ist, vielleicht auch der Widerständigkeit (s.Luther-Zitat), zumindest ein Ausdruck des Vertrauens in das Leben. So ein Baum ist mehr als Holz und Blätter. Er ist ein lebendiges Versprechen an die Zukunft. Seine Wurzeln, die sich bald tief in diesen Boden graben, stehen für Halt und Beständigkeit. Sein Stamm wird Wind und Wetter trotzen. Und seine Krone streckt sich dem Himmel entgegen – als Symbol für Wachstum und die Entfaltung des Lebens. Der Apfelbaum in Birk wurde schon beim Willkommensfest gepflanzt und auch der Baum in Lohmar wird zu Erntedank seinen Platz einnehmen.


Nach getaner Arbeit ging es im Peter-Lemmer-Haus mit der Andacht weiter. Für die musikalische Begleitung sorgte Margarita Wanner am Klavier.
Nach einem kurzen Frühstück ging es mit einer Andacht weiter, das Thema Bäume zog sich durch die biblischen Texte hindurch:
Man muss weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft
und wir ständen fest.
Psalm mit Kehrvers
Wer sich auf Gott verlässt, ist wie ein Baum am Wasser.
Freuen können sich die Menschen, die sich an Gottes Gebote halten!
Denen Gottes Worte so wichtig sind, dass sie immer wieder darüber nachdenken.
Wer sich auf Gott verlässt, ist wie ein Baum am Wasser.
Freuen können sich die Menschen, die Gottes Weisungen in ihrem Herzen bewegen.
Sie haben starke Wurzeln und sie bringen gute Frucht.
Was diese Menschen auch tun, es gelingt ihnen.
Gott begleitet sie auf ihren Wegen!
Wer sich auf Gott verlässt, ist wie ein Baum am Wasser.
Der Baum in seiner Symbolik
Bäume gehören zu den stillen Freunden des Menschen. Fest verwurzelt wachsen sie von ihrem Standort aus dem Himmel entgegen. Im Sommer ist es angenehm, sich im Schatten eines Baumes vor der Hitze der Sonne zu schützen. Manche Bäume spenden uns ihre Früchte, die uns mit ihrem Reichtum an Vitaminen und anderen Nährstoffen gesund erhalten. Das Holz des Baumes dient uns als Bau- und Brennmaterial. Und zu guter Letzt filtern ihre Blätter Schadstoffe aus der Luft und reinigen sie damit.
Bäume sind nicht nur nützliche, sondern lebenserhaltende Begleiter des Menschen.
Immer schon und in allen Kulturen waren Bäume Nahrungsquelle, Schutz und Orientierung. Kein Wunder, dass sie auch zum Sinnbild des Lebens selbst wurden.
Der Baum erzählt in einem Bild eine ganze Lebensgeschichte: Wurzeln, die halten. Ein Stamm, der trägt. Eine Krone, die wächst und sich verändert.
Damit verbindet der Baum als Symbol Herkunft und Zukunft ganz selbstverständlich miteinander. Er wächst, blüht, ruht und beginnt neu. Jeder Ring in seinem Stamm erzählt von einem Jahr, von Wachstum und Entwicklung.
Und ein Baum übersteht Stürme, weil er beides kann: nachgeben und standhalten.
Menschen wünschen sich oft beides zugleich: Halt und Entwicklung, Verwurzelung und Wachstum. Sie möchten irgendwo hingehören – und trotzdem wachsen dürfen.
Daraus entsteht eine Spannung: Wer sich bindet, fürchtet Stillstand. Wer immer weiterzieht, fürchtet Entwurzelung.
Vielleicht erklärt genau das die besondere Kraft des Baums. Er zeigt, dass Halt und Wachstum keine Gegensätze sind: Wer verwurzelt ist, kann wachsen.
Der Baum als biblisches Hoffnungszeichen
Viele Bäume überdauern eine Zeitspanne von mehreren Menschengenerationen. Beständig bleiben sie an ein und demselben Ort in der Erde verwurzelt, wachsen, blühen und vermitteln dem Menschen mit seinem kurzen Leben ein Gefühl davon, dass es Dinge gibt, die sie und ihre eigene Endlichkeit überdauern. Bereits am Anfang der Bibel, im zweiten Schöpfungsbericht, steht der Baum als Sinnbild für die Ewigkeit.
Viele alttestamentliche Texte nutzen das Bild des Baumes, wenn sie von Hoffnung sprechen, zum Beispiel:
Psalm 1 Wer sich auf Gott verlässt, ist wie ein Baum am Wasser.
Oder im vertrauten Luthertext: „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen … der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen…“
Der Baum als Zeichen, als Gleichnis für den Menschen, der sich im Wort Gottes verwurzelt weiß. So wie der Baum seine Wurzeln in den Erdboden treibt, um zu wachsen, zu grünen, zu blühen, zu überwintern und im Frühjahr wieder zu erwachen, so braucht auch der Mensch seinen Nährboden, seinen geistlichen Proviant, um sein Leben zu speisen und vielfältig Frucht zu bringen.
Jer 17,7
„Gesegnet ist der Mensch, der sich auf Gott verlässt und dessen Zuversicht der Herr
ist. Der ist wie ein Baum am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Wenn Hitze kommt, fürchtet er sich nicht. Seine Blätter bleiben grün, und wenn ein dürres Jahr kommt, bringt er Frucht hervor, ohne aufzuhören“
Der Baum als starkes Bild für unseren Hoffnungsglauben: Wer hofft, der lebt im Bund mit Gott; der erwartet noch etwas von der Zukunft; der hat noch Träume für diese Welt; der gibt sich nicht zufrieden mit den Verhältnissen, die halt so sind. Wer hofft, der erstickt nicht an den Sorgen der Gegenwart; der lebt mit der Perspektive, dass nicht die Hoffnungslosigkeit das Ende aller Dinge ist. Wer hofft, der verliert nicht den Mut, dort mit Hand anzulegen, wo es nötig ist; der hält in sich die Ahnung wach, dass es sich lohnt, immer wieder neu anzufangen mit Gott, mit den Mitmenschen, mit sich selbst.
Wer hofft, der ist wie ein Baum, der blüht – er streckt sich dem Licht entgegen !“§$/ verbindet Erde und Himmel.
Baumgebet (Seelsorgebereich, Steigerwald)
Herr, wie ein Baum
so sei vor dir mein Leben.
Herr, wie ein Baum
sei vor dir mein Gebet.
Gib mir Wurzeln, die in die Erde reichen,
dass ich tief gründe in den alten Zeiten,
verwurzelt im Glauben meiner Eltern und Großeltern.
Gib mir die Kraft zum festen Stamm zu wachsen,
dass ich aufrecht an meinem Platz stehe
und nicht wanke, auch wenn Stürme toben.
Gib mir Zukunft und lass die Blätter grünen:
Nach einem eisigen Winter lass Hoffnung erblühen
und wenn es Zeit ist, lass mich gute Früchte bringen.
Herr, wie ein Baum
so sei vor dir mein Leben.
Herr, wie ein Baum
sei vor dir mein Gebet.
Amen.
Im Anschluss blieb noch genügend Zeit für weitere Gespräche und ein Frühstück in aufgeräumter Atmosphäre. Ein Dank an alle Menschen, die sich mit Zeit und Ideen in den Gottesdienst eingebracht haben.

